Neue Mitbewohnerin – ohne Objektiv, dafür mit Linse

Erst hab ich gedacht, dieser Blogbeitrag kommt ganz ohne Fotografie aus, aber je länger ich darüber nachdenke, wird’s wohl dann doch wieder nur da rum gehen. Vor ein paar Wochen haben CP und ich spontan einen Laser gekauft. Relativ spontan, weil wir beide schon länger scharf drauf waren. Neu im Haus ist also Sabine, Xtool S1 40W. Diodenlaser. Seitdem ist sie meine beste Freundin. Neben dem, was alle machen, sobald sie so ein Gerät haben – alles im Haus gravieren, und dann jede Menge unnötige Boxen und Schachteln aus 3mm dicken Holz rauslassen – hab ich angefangen, eigene Sachen zu entwerfen. Das erste, was ich damit gemacht habe, war ein Einsatz in eine Eurobox für den Plattentransport von 18×24 cm Glas-Nassplatten. Die Konstruktion ist etwas holprig, und da es Holz ist, wurde hinterher noch dran rumgebastelt mit Kleber, und extra Holzstücke. Aber: es ist so gut, dass ich nicht nochmal was dran veränder, sondern die Kiste direkt so mit in den nächsten UK Trip mit darf. In Merzig im Wetplate Treffen hat sie sich gut bewährt und ist nun also ein abgeschlossenes Projekt.

Dann habe ich angefangen, das zu machen, was ich schon lange machen wollte. Ich will eigene Tanks. Der erste war dann ein super niedlicher Tank für die 6×6 Tintypes in Hasselblad und Kiev-Größe. Acryl schneiden geht super, und dicht habe ich es dann auch bekommen, nachdem mir Vanessa und Marius verschiedene Tipps gegeben haben. Innen Acryl, außen 3mm MDF Holz, das sich auch wunderbar gravieren lässt. Die Kassette hat dann auch noch eine schöne Box dazu bekommen. Und jetzt fühlt es sich erst richtig komplett an.

Sabine kann aber noch mehr. CP wollte für eine alte Kamera, die für ein Museum als Showpony genutzt wird, auffällige Verzierungen. Nachdem ich das für ihn gemacht habe, habe ich natürlich auch noch eine 13×18 Kamera rausgekramt, die bisher null Aufmerksamkeit bekommen hat. Sie hat inzwischen eine Standarte bekommen, mit einem Objektiv, das noch rumlag und nie genutzt wurde, und dann noch eine Verzierung mit Lilien und Blümchen. Die Mattscheibe habe ich selbst matiniert, die alte war zerbrochen – Vanessa hatte das passende Pulver und die Muse, mir das beizubringen.

Nächstes Projekt waren Halterungen für RA4-Umkehrprozess-Filter. Diese sind jetzt mit Anletung in einer schönen Buch-Schachtel (Fotos auch unten). Dann noch 8×10 Zoll Wässerungstanks für unterwegs, Verkleinerungseinsätze für Wetplate-Kassetten, auch um runde Platten belichten zu können.

Den Vogel abgeschossen habe ich dann allerdings mit einer Art „Schwibbogen“ mit Dunkelkammer-Motiv. Dieses kleine Scheißerchen ist so unnötig wie ein Prinz im Frosch, aber meine Güte, man küsst halt auch gern. Mit einer LED-Lampe ist es sogar dunkelkammersicher mit dem richtigen Rotlicht. Die Begeisterung in Facebook war kurz und heftig, Shane hat sich direkt eine gewünscht, andere haben mich allerdings für den größten Scam seit Spahn gehalten. Mein Imposter-Syndrom wurde stark getriggert, aber andererseits: war ja nur das übliche Facebook-Drama. Hatte wie immer nichts mit dem echten Leben zu tun.

Letztendlich ist also Sabine doch eine Art Fotografie-Werkzeug. Und die nächste Maschine? Wird wohl eine CNC Makera C1. Oder etwas Ähnliches. Metall einfach so fräsen zu können, wär schon gut. Oder/und ein Faserlaser und/oder ein CO2-Laser. Je näher wir uns dem Datum nähern, an dem wir unsere bisherige Arbeit aufgeben und nur noch Fotografie machen wollen – desto wilder wird unser persönlicher Makerspace.

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