Beroquick

Langsam komm ich mir vor wie eine Auffanghof für altersschwache Kameras. Immer wieder kommt so ein kleiner Klops zu mir, um Asyl zu beantragen. <3 Letzte Woche kam ein kleiner Patient zu mir, direkt aus dem Container gerettet von Maike.

Obwohl diese kleine Beroquick KB 135 nicht mehr knackfrisch ist (ca. 40 Jahre), ist sie aber doch noch wie neu aus der Packung. Sie kommt so leicht daher, dass man im ersten Moment denkt, sie sei eine kleine Plastikkamera aus dem fernen Osten – aber nix da, sie ist aus Aluminium, super leicht und dabei sehr stabil. Und das aus dem nahen Osten sozusagen. Hergestellt in der ehemaligen DDR, baugleich der Beirette. Dem DDR-Bürger wurde diese hier als Beirette verkauft und dem Wessi gegen Westgeld als Beroquick KB 135 (es gibt mehrere, ich hab hier die KB 135). Das Objektiv ist sogar ein 2.8er, und für jemanden, der oft in Kneipen unterwegs ist, ist dieses lichtstarke Teil natürlich super. In meinem Test hat sie auf einen Film 39 Bilder gequetscht, das schafft bei mir nicht mal die Minox GTE (und ihr wisst, ich bin ein Minox Mensch…).

Insgesamt bin ich total positiv überrascht, ordne sie aber eher den LOMO-Kameras zu. Die besten Bilder entstanden bei mir auch tatsächlich aus der Hüfte raus, ohne auf Schärfe oder richtiger Belichtung zu achten. „Richtige“ Bilder also weiterhin nur mit Mittel- und Großformat. Doch als Spaßkamera, ohne groß nachzudenken irgendwo drauf halten – ist sie wirklich super. Echte Kaufempfehlung für LOMO-Leute, und man bekommt sie für so um die 10 Euro.

(Beroquick KB 135, Delta 100 auf 400, Ilfotec DD-X 1+4)

Nicole Malek

März 24, 2018

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