Kunstmarathon statt Dornröschenschlaf

Eigentlich war ein kleiner, ruhiger Urlaub geplant. Irgendwo ein Airbnb, Bücher mitnehmen, die schon lange darauf warten, gelesen zu werden – und mal nichts vornehmen und einfach viel schlafen und lesen. Allerdings wollte ich sowas von unbedingt die Ausstellung von Iris van Herpen sehen – Sculptin the Senses, die gerade in Paris läuft. Und so kams, das es dann doch wieder statt Mittagsschläfchen ein kleiner Marathon wurde – mit vielen neuen, tollen Eindrücken. Und Paris im Januar ist einfach schön – kalt – aber entschleunigt, ruhiger, freundlicher. Sehr wenige Menschen waren unterwegs, man kann in Ruhe in Ausstellungen und Architektur bewundern, ohne von Touristenmassen überrannt zu werden. Wir haben das richtig genossen.

Mit dabei war die Kamera von meinem Opa Willy, Mittelformat Franka

Die Ausstellung „Sculptin the Senses“ war wie erwartet der absolute Hammer, unglaublich. Es gibt auf Youtube so viele Videos dazu, das man sich das gerne mal reinziehen kann. Das Buch habe ich auch direkt gekauft. Am liebsten würde ich nochmal hin fahren. Neben den Kleidern wurden auch Objekte und Bilder von anderen Künstler*innen gezeigt, die offensichtlich als Inspirationsquelle gedient haben.

Das zweite Museum was ich sehen wollte, war das Romantique Museum, sehr klein und sehr wenige Bilder aus der Romantik. Es ist das frühere Studio von Ary Scheffer. Die Bilder darin waren so schön. Das Museum ist etwas versteckt in einem Hinterhof, daran angeschlossen ist ein Wintergarten mit Cafe. So ist man mitten in Paris, aber fühlt sich wie in der Provinz. Kuschlig und ruhig.

Petit Palais ist auch sehenswert, die Dauerausstellung ist kostenlos – und man kann wunderbar im Innenhof im Orangengarten abhängen. Entweder in der Sonne sitzen und mitgebrachtes Baguette futtern, oder sich im Café etwas gönnen. Skulpturen, Bilder und auch Möbel und Alltagsgegenstände vom 17./18. Jahrhundert.

Unser todo-Liste war lang und wir haben nichts davon bereut, alles war wirklich schön – und ein Tag sind wir einfach nur durch die Gegend gelaufen zum fotografieren. Die Sonne war die ganze Zeit dabei und ich finde, Paris im Januar ist eine wirklich gute Idee.
Unten ein paar Adressen was wir so besucht haben – falls jemand eine Idee für Paris braucht…

Ein paar Handyfotos:

IRIS VAN HERPEN. SCULPTING THE SENSES
ohne Worte. Einfach hingehen.

Musée de la Vie Romantique
Am Fuss des Montmartre, früheres Studio von Ary Scheffer (1795–1858). Im Wintergarten daran ist ein tolles Cafe

Petit Palais
Dauerausstellung kostenlos, im Innenhof im Orangengarten kann man sich ausruhen – oder vom Cafe was holen

Flohmarkt
Google maps suche: Marché aux Puces de Saint-Quen
großer Antik- und Trödelstraßenmarkt mit etwa 2.500 Verkäufern, nur Wochenende.

Galeries Lafayette
Hauptgebäude wunderbare Kuppel sowie Dachterrasse, am besten mit den historischen Aufzügen hinauffahren. (hinter der Parfümabteilung im Erdgeschoss – bis zur 6. Etage (Souvenirs und Restaurants) und noch eine Etage weiter hoch zu Fuß)

Überdachte Galerien – Ladenpassagen. Auch gut für Regenwetter:

Galerie Vivienne Glasdach aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im 2. Arrondissement in Paris, schützenswertes Denkmal Galerie Vivienne, 4 rue des Petits Champs, 75002, ouverte 7/7 de 8h30 à 20h

Passage des Panoramas überdachten Ladenpassage in Paris im 2. Arrondissement, zwischen dem Boulevard Montmartre im Norden und der Rue Saint-Martin im Süden. Die Passage ist eine wichtige Adresse für Philatelisten. Passage des Panoramas, 11 boulevard Montmartre, 75002, ouvert 7/7 de 6h à minuit

Passage Jouffroy
ist eine überdachte Ladenpassage mit Glasdach aus der Mitte des 19. Jahrhunderts im 9. Arrondissement in Paris. Die Passage Jouffroy kann man als Verlängerung der Passage des Panoramas bezeichnen und sie wird durch die Passage Verdeau fortgeführt, denn man verlässt die eine Passage, überquert eine Straße und betritt sofort die nächste Passage. So reihen sich diese drei Passagen hintereinander und die Idee des 19. Jahrhunderts, den Flaneur in einer eigens geschaffenen Umgebung in eine besondere Stimmung zu versetzen, ist heute noch erlebbar.

Le Chinonwunderschöne Kneipe in Montmatre

Thomas Artisan Fromager – handgemachte, gesalzene Butter und Käse. Hier waren wir im November schon und ich wollte unbedingt die gesalzene Butter nochmal holen. Einfach nur der Wahnsinn. 13 Rue Rambuteau, 75004 Paris, Frankreich

Cafe Mar – zufällig rein gestolpert, wunderschön. Außerdem Steckdosen, Wlan und schönen Plätzen zum surfen und ausruhen. 33 Rue du Sommerard, 75005 Paris, Frankreich

Übersicht über die Arrondissements, erleichtert die Planung, wenn man es ein bisschen im Kopf hat:
Paris – Arrondissements

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