Marc C. Woehr im DHBW Heilbronn

Heute waren wir auf einer Vernissage, die so richtig erfreulich war – hier hat mal jemand alles richtig gemacht. Sehr, sehr geil. Wer bisher etwas mitgelesen hat, weiß, dass ich gern ein Kind des Nörgelns, Jammerns und Lästerns bin. Ich war schon auf Vernissagen, wo mir der Hintern samt Gesicht eingeschlafen ist. Diesmal ist das nicht passiert.

Marc C. Woehr hat heute seine Ausstellung im DHBW Heilbronn eröffnet, mit dabei war ein DJ und natürlich auch wieder Sekt und Häppchen, was neben ernsthaft Kunstinteressierten auch tatsächlich den einen oder anderen Student angezogen hat. Immer wieder niedlich, was die Kleinen vor den Bildern so von sich geben. „Erfrischend“ wär mir jetzt fast aus dem Anus geschlüpft.

Dr. Kerstin Skrobanek von den Städtischen Museen Heilbronn hat uns absolut spitze und mit vielen Hinweisen die Werke und den Künstler vorgestellt, und auch wer sich vorher schon auf der Webseite und bei Google informiert hat (ich) hatte noch den einen oder anderen AHA-Moment mit Schnappatmung (auch ich).

Vor 20 Jahren schon angefangen mit Sprayen, eine Weiterentwicklung mit mehrschichtige Collagen und Holzkonstruktionen – das wird nun auf drei Ebenen in der Hochschule gezeigt. Bei den Holzinstallationen wird der urbane Kontext und die Darstellung von Architektur bis zum Stadtbild so grob und doch unglaublich lässig zueinander dargestellt, dass es mich einfach nur begeistert. Wer ein ganz findiger kleiner Klugscheisser ist, kann mit den Nummern auf dem Namensschildchen rausbekommen, um welche Stadt es sich handelt. Kannste nix machen, musste selber denken.

Wenn ich die Kohle hätte, würde ich sofort kaufen. Wie schon gesagt, alles richtig gemacht. Woehrs Werke haben eine so schöne inhaltliche Mehrdeutigkeit, es macht einfach Spaß sie zu betrachten. Auch wie er das Konzept ausarbeitet (früher am PC, jetzt im freien Spiel) – eine wunderbare Weiterentwicklung. Mir gefällt auch, wie er von den früheren Werken bis zu den aktuellen die absolute Planbarkeit und auch diese fast schon perfektionistische Ausarbeitung aufgibt, und sich entwickelt zu einer gewissen Lässigkeit, die aber dadurch nicht hohl wird.

Die historischen Bezüge hat Frau Dr. Skrobanek sehr schön hergestellt – war mir vorher nicht bewusst, aber dann sieht man die Weiterentwicklung durch sein Innovationsreichtum noch deutlicher.

Dieses gesamte Konzept, die Innovation und auch die gesamte Entwicklung des Künstlers über Jahre sagt den reichen Stinkern unter uns: Investieren. Jetzt mal eben fünfstellig was hinlegen, in zwanzig Jahren bist du da der große Babo im Kunstzirkus.

Ehrlich Leute, ich fall um vor Glück.

Ein kleines Lieblingsstück hab ich schon entdeckt und wenn jemand grad mal zu viel Kohle übrig hat… ich hab im Juni Geburtstag 😉

Hier ist seine Webseite – absolut sehenswert, auch die Videos!

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Nicole Malek

Februar 2, 2015

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