Italienische Erdbeeren in Köln

Vor einer ganzen Weile fing CP damit an, das er so Stühle will, so ganz bestimmte. Er konnte sie zwar beschreiben, aber nicht benennen, ABER: so kann ich als Bestell-Beauftragte nicht arbeiten. Ich habe ihm hunderte Sitzmöbel bei Ebay/Amazon/Etsy/Pinterest gezeigt, aber alles war nicht richtig. Wie die Dinger denn wirklich heißen, hat er dann per Zufall in einer Online-Schulung erfahren, weil ein anderer Teilnehmer genau nach DIESEN Stühlen gefragt hatte. Und tata: Original Wiener Kaffeehaus-Stühle, Sessel-Klassiker Nr. 14 von Thonet. Eine Designikone, vor über 160 Jahren erfunden und seitdem der meist produzierte Thron für Kaffeetrinker. Ab da wurde die Suche leichter, und bei Ebay Kleinanzeigen hatte ich Glück. Nachdem ich CP dann noch ein paar Mal genervt habe, und er dann mal dem Anbieter geschrieben hatte… sind wir nach Köln gefahren. Ich war ja eh auf einen Wochenend-Ausflug mit unserem Camper scharf, da kam mir das gleich entgegen, das es so weit weg war.

Tja, sorry für die Ausschweifungen, aber so erspar ich mir den wöchentlichen Gang zur Therapeutin.

Anyway – auf diesem Weg (bin ich jetzt am eigentlichen Thema und) sind wir in Köln in der Wohnung von Armin und Henry gelandet. CP konnte seinen 100-Jahre-alte-Sitzgelegenheit-Deal nicht sofort abschließen, weil ich mich sofort schockverliebt habe in die großformatigen Bilder, die überall in der Wohnung verteilt waren. An Wänden hängend, aber auch in großen Stapeln in Flur und Nischen verteilt. Und da Armin und Henry anscheinend noch nicht ganz wach waren, haben sie sich auch nicht gewehrt, als ich in meiner unaufdringlichen Art (haha) sofort die Wohnung inspiziert habe: ein wunderbares, helles Atelier mit dem schönsten, farbenfrohsten Chaos ever! Armin malt Freunde, Tänzer(innen), Blumen und Gesichter, die er visuell aufbricht und weiß fragmentiert. Sofort bin ich dann nochmal zum Bus gestürmt, hab meine Kamera geholt und mit debilem Glücksgrinsen durch die Wohnung. Anbei gibt’s ein paar Fotos, und eigentlich bin ich ja immer der Meinung: Schwarz ist Farbe genug. Aber dieses eine Mal hab ich einen Farbfilm vermisst… ihr könnt aber die faszinierenden Bilder auch im Internet ansehen. Auch wenn das nicht dasselbe ist, da natürlich auch die Größe der Werke zum Gesamteindruck beitragen. Aber: die nächsten Ausstellungen werden auf der Webseite auch angekündigt.

Leider wars nur ein Film mit der Rolleiflex, ich hätte mit den Zweien locker noch mehr Filme verknipsen können… Atelier, die Wohnung, alles voller Stillleben. Und natürlich hätte ich gern mehr Portraits gemacht. Hach. Köln, einfach immer wieder super.

Armin Scheid, Maler in Köln, arminscheid.de/ und Instagram

Nicole Malek

September 29, 2020

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1 Comment

  1. Antworten

    Solvig

    September 15, 2020

    Danke für den tollen Tipp, Nicole! Deine Bilder sind aber genauso beeindruckend wie die farbigen von Armin
    liebe Grüße aus Dresden
    Solvig

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